Qi Gong

Unter Qi Gong (Chi Gung) werden diverse Übungen verstanden, die vor 4000 Jahren aus dem buddhistischen Zen zur Förderung und Erhaltung der Gesundheit entwickelt wurden. Durch die tägliche Praxis blieb das Qi Gong lebendig erhalten. Moderne wissenschaftliche Studien belegen nun die phänomenalen Einflüsse des Qi Gongs auf die Gesundheit. (s.u.)

„Das chinesische Wort „Qi“ bedeutet Luft, Atem, Wind und Wolke. Es ist bezeichnend für die Lebenskraft oder auch Lebensessenz.                    Das Wort „Gong“ steht für Methode, Weg oder auch Übung.                        Qi Gong dient der Aktivierung des Qi-Flusses, der Reinigung des Körpers und des Geistes.

Die körperlichen Qi Gong-Übungen sind langsam und fließend, beinahe wie ein Tanz.                                           Das bewusste Atmen lässt innere Stille wachsen und gibt dem Chi die Möglichkeit, mit seiner vollen Kraft zu fließen. „

Literatur: Qi Gong – Im Lebensfluss der reinen Energie

Durch die Harmonisierung der polaren Energien  (Yin und Yang) werden häufig Endorphine ausgeschüttet, die Glückgefühle hervorrufen und dadurch sowohl depressive Symptome mindern als auch chronische Schmerzen lindern*.

Ich lasse Qi Gong-Übungen in meinen diversen Angeboten von Körperarbeit und Tanztherapie einfließen. Montags biete ich zwei alternierende Qi Gong Kurse an.

* Wissenschaftliche Studien:

Immunmodulation durch Qi Gong  – 19.05.2006                                                                       Hoon Ruy zeigte 1994 die Auswirkung von Qi Gong-Übungen auf das menschliche Immunsystem – insbesondere auf Endorphine. Endorphine sind körpereigene schmerzblockierende Substanzen. Sie modulieren die Schmerzwahrnehmung und die emotionale Stimmungslage. Positiv beeinflusst wurden in der Studie die T-Lymphozyten-Subpopulationen im menschlichen Blut. In einer Trainingsgruppe mit 25 gesunden Männern, die 5 Monate die „Chun Do Sun Bup“-Methode“ trainierten entdeckten sie, dass das Verhältnis von CD-4-Helferzellen zu CD-8-cytotoxischen Zellen bzw. CD-8-Lymphozyten um mehr als 50 % anstieg. In der Kontrollgruppe mit 20 gesunden Männern die keine Übungen ausführten fanden keine Veränderungen statt.

1995 entdeckte Hoon Ruy mit seiner Forschergruppe bei einer Probantenzahl von 20 gesunden Männern, die zuvor 4 Monate Qi Gong trainiert hatten akute humorale Effekte während der einstündigen Qi Gongübungszeit. Zur Halbzeit der Übung stieg der Spiegel des Neuropeptids Beta-Endorphin, während der neuroendokrine Faktor ACTH (Adrenocorticotrophes Hormon aus dem Hypophysenvorsderlappen)in der Halbzeit und nach dem Training abfiel, jedoch nicht signifikant.

Ruy und seine Arbeitsgruppe der Abteilung Mikrobiologie und Immunologie der Med. Fakultät der Wonkwang-Universität in Korea schlagen vor, das Ansteigen des Plasma-Levels des Neuropeptids Beta-Endorphin mit Veränderungen in der Schmerzwahrnehmung und der Verbesserung der emotionalen Stimmungslage der Übenden zu assoziieren. Damit hat er einen Grundstein geschaffen zu verstehen, dass Qi Gong bei Schmerzpatienten eine geeignete Therapie sein kann.
(Hoon Ruy et al. (1994) American Journal of Chinese Medicine Vol. XXIII, No 1. Pp 27-36. Effect of Qigong Training on proportions of T lymphocyte Subjects in human peripheral blood. Hoon Ruy et al. (1995) American Journal of Chinese Medicine Vol XXIV, No 2. Pp 193-198. Acute Effects of Qigong Training an Stress Hormonal Levels in man. www.qigong-kassel.de)

Qi Gong gegen Stress

Eine amerikanische Studie hat sich mit der Auswirkung von Qi Gong auf Stresserscheinungen bei Krankenhauspersonal befasst. Bei den Personen, die sechs Wochen lang Qi Gong übten, zeigte sich gegenüber der Kontrollgruppe ein signifikanter Rückgang des wahrgenommenen Stress und der Schmerzintensität.                             (Qigong stress reduction in hospital staff, J Altern Complement Med, Okt. 2008, 14(8), 939-45)

Qi Gong zur Schmerzbekämpfung

Chinesische Forscher untersuchten mittels fMRT die Vorgänge im Gehirn von vier Qi Gong-Meistern, wenn sie Qi Gong übten, nachdem sie einem schmerzhaften Stimulus ausgesetzt worden waren. Nach 15-minütigem Üben zeigte sich in vielen bis dahin aktivierten Hirnbereichen eine verminderte Aktivität. Lediglich in der SII Insula ließ sich eine erhöhte Reaktionsamplitude feststellen.                                                                          (MRI study of pain reaction in the brain under state of Qigong, Am J Chin Med, 2007, 35(6), 937-45)

Qi Gong bei Nackenschmerzen

Eine deutsche Studie verglich die Wirkung von Qi Gong und Bewegungstherapie bei Patienten mit chronischen Nackenschmerzen. 120 Patienten wurden in eine Qi Gong-, eine Bewegungs- und eine Kontrollgruppe aufgeteilt. Nach sechs Monaten mit insgesamt 18 Sitzungen zeigte sich bei der Qi Gong-Gruppe und bei der Bewegungsgruppe im Vergleich zur Kontrollgruppe eine signifikante Verbesserung bei Nackenschmerzen, Einschränkung der Bewegungsfreiheit und Lebensqualität. (Qigong versus Exercise versus no Therapy for Patients with Chronic Neck Pain – a Randomized Controlled Trial, Spine, 2011, 36(6), 419-27)

Qi Gong zur Schmerzbekämpfung

Chinesische Forscher untersuchten mittels fMRT die Vorgänge im Gehirn von vier Qi Gong-Meistern, wenn sie Qi Gong übten, nachdem sie einem schmerzhaften Stimulus ausgesetzt worden waren. Nach 15-minütigem Üben zeigte sich in vielen bis dahin aktivierten Hirnbereichen eine verminderte Aktivität. Lediglich in der SII Insula ließ sich eine erhöhte Reaktionsamplitude feststellen.                                                                         (MRI study of pain reaction in the brain under state of Qigong, Am J Chin Med, 2007, 35(6), 937-45)

30 Minuten Qi Gong genügt, um die Stimmung zu heben

Eine Studie ist zu dem Ergebnis gelangt, dass sich die Auswirkung von 30-minütigem Qi Gong-Üben auf die Stimmung nicht von der Wirkung unterschied, die 60-minütiges Üben hatte.                                                                                                                                           (Acute psychological responses to qigong exercise of varying durations, Am J Chin Med, 2008, 36(3), 449-58)

Qi Gong wirkt sich positiv auf chronische Ermüdungserscheinungen aus

Eine britische Studie hat gezeigt, dass tägliches 15-minütiges Qi Gong-Üben zu einem signifikanten Rückgang chronischer Ermüdungserscheinungen führte und sich positiv auf Vitalität,  Schlafverhalten, gesellschaftliche Aktivitäten, Gesundheit und psychisches Befinden auswirkte.                                                                                                                (Qigong ameliorates symptoms of chronic fatigue: a pilot uncontrolled study, eCAM, 15. Juli 2008, doi:10.1093/ecam/nem088)